die Hohe Warte (Westuffel'sche Warte)
Die Hohe Warte hat auf dem Wartberg (305,5 m hoch) bei Westuffeln gestanden, fünf Kilometer vom Grebensteiner Kirchturm entfernt. Sie wird später West-Uffel'sche Warte genannt, weil sie in der Gemarkung des Dorfes lag. Ursprünglich ist der Wartberg bis auf ein "klein Gehölz oder Gestrüpp unterhalb der Hogenn Warth" unbewaldet gewesen. Zwischen Warteberg und der Schachter Landwehr hat das große "Westuffel'sche Triesch" gelegen, das mit Schachten gemeinsam gehütet wurde. Erst 1893 sind 240 Morgen umgepflügt und ein Teil der Hutefläche aufgeforstet worden. Aus den gemeinsamen Huterechten ist verständlich, daß sich 1713 die von Schachten das Besitzrecht an der Warte anmaßen.
In der Kämmereirechnung von 1713 heißt es: "den 31. Mai: Wie die Nachricht eingelaufen, daß der Obrist von Schachten die ufm Westuflischen Trisch stehende Warthe abreißen ließe, sind einige von Rat und Bürgerschaft dahin geschickt, haben nach der consulis beim untersten Krüger verzehrt 13 albus."
"den 2. Juni: Sind einige des Rats auch gemeine und Zunftmeister zu besagten Obristen geschickt, um gegen die Abbrechung der Warte zu protestiren, haben nach der Wiederkunft in collatione [=gemeinsam] vertan 1 fl.".
Der Protest hatte wohl Erfolg, denn nach der Katastervorbeschreibung von 1776 ist die Warte noch erhalten. Dort heißt es: "17. Grenzhügel neben solcher Breite. na. Von hier gehen 10-12 Mann bis nach der alten Wahrte hinauf und thun allda dreymalige Lösung des Gewehrs zur Wahrung daselbst habenden Grenzrechts."
Weiteres ist über das Schicksal der Warte nicht bekannt.