Im ältesten Kirchenbuch von Grebenstein ist festgehalten: "Anno 1637 am 12. Mai ist die Stadt von denen Kroaten unter dem Oberst Biged (Beigott) angesteckten und in Brand gesetzet und sind darinnen Kirchen, Schule und Rathaus und fast die alte Stadt eingeäschert worden durch welchen schädlichen Brand die Bürgerschaft in die äußerste Armut gesetzet worden".

Eine später verfaßte Chronik (um 1641) schildert die Ereignisse wie folgt: "Was nun die Stadt im Jahre 1637 bei dem großen unwiederbringlichen Brand der kaiserlichen Kroaten den 12. und 13. Mai ausstehen müssen, gibt der Augenschein noch, als da 242 bürgerliche Wohnhäuser ohne Scheuren und Ställe, daneben die Kirche, Kirchturm, 2 große Glocken, 1 Orgel, alles Gestühl in der Kirche, die Pfarre, Schule, seiner fürstlichen Gnaden Vorwerk und Zehntscheuer, das Rathaus, 3 Brauhäuser, ohne das viele köstliche Hausgerät, daneben noch anderes viel mehr, so nicht zu erzählen". Die Stadt wurde also fast dem Erdboden gleichgemacht. Zudem wurde der größte Teil des Viehs fortgenommen und die Bürger an der Aussaat der Sommerfrucht gehindert.

Ein Beschwerdebrief des Stadtrates von 1648 an die Landgräfin Amalie Elisabeth sagt u. a., daß nachdem die kaiserliche Armee endlich abgezogen war, nachdem  "... der größere Teil unseres kleinen und großen Viehs sowohl als auch die Winterfrüchte und Hausrat weggetrieben, verwühlt, verwüstet und zerschlagen und außer dem Wenigen, so etwa der eine oder andere von hieraus nach Kassel in Sicherheit gebracht haben mag, des Unsrigen ganz beraubt ...", nun auch das fürstliche Leibregiment zu Roß mit Stab und 300 Mann zu Fuß eingezogen sei, und die Stadt diese ganze 4 Tage zu verpflegen hatte, obwohl noch der Generalmajor Rabenhaupt mit 2 Kompanien zu Pferde am Ort zu verpflegen gewesen war. Bis dahin war auch der Obrist Spreuwitz mit 2 Kompanien noch zu verpflegen. Dieser nahm sich wohl beliebig was ihm gefiel, ohne dafür zu zahlen. Bis zu diesem Tage hatte er innerhalb von 10 Tagen für seine 8 Knechte und 30 Pferde Futter für 80 Reichstaler sowie für 60 Reichstaler Wein verbraucht. Dieser tat wohl so, als ob ihm die Stadt gehören würde und er behandelte die Bürger wie seine Sklaven. Er hat die städtischen Beamten gezwungen 4 Viertel Gerste aus den Lagern herauszugeben.

Dieser Beschwerdebrief bewirkte, daß er mit seiner Kompanie dann auch aus der Stadt abgezogen wurde. Nun konnte in Grebenstein wieder Friede einkehren. Der Winter stand vor der Tür und man mußte ans Überleben denken.

Durch den Krieg sind den Bürger hohe Schulden entstanden. Eine solche Liste ist noch erhalten. Die Summe der Schulden des Einzelnen ist sehr unterschiedlich. Manche haben keine Schulden andere wiederum sehr hohe. Der Ratsherr Jochem Schmidt (einer der reichsten Männer der Stadt) hatte die höchste Schuldsummer zu zahlen. Er hatte 2215 Reichstaler Schulden. Dies resultiert natürlich daraus, daß ein reicher Mann auch einen großen Haushalt, Viehbestand und Land weiterhin zu unterhalten hatte. Nahrung für Tiere und Menschen sowie Saatgut für die großen Ländereien war in den Kriegszeiten mehrfach so teuer, als zu Friedenszeiten. Viele der Witwen im Ort hatten keine Schulden, meist aber auch kaum Möglichkeit ihr Brot zu finden, und somit zum Betteln verurteilt. Ärmere Leute z. B. mit Beruf des Schäfers hatten vielleicht 20 Taler Schuld, was aber etwa 2 Jahreslöhne bedeutete und diese in höchste Armut stürzte.

Der Aufbau der Kirche wurde sofort nach Abzug der Truppen in Angriff genommen. Der Aufbau des Rathauses konnte allerdings erst 1672 begonnen. Viele dieser Brandstätten des 30jährigen Krieges wurden erst im 19. Jahrhundert wieder bebaut, einige wenige liegen heut noch brach.